Ein Film von Natalija Yefimkina
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Eine Woche lang betreten die ukrainische Regisseurin Natalija Yefimkina und ihr ausschließlich weibliches Team ein ukrainisches Kriegsgefangenenlager und filmen dort ohne Aufsicht.

Sie sind gekommen, um dem Feind in die Augen zu sehen. Doch was sie vorfinden, ist verstörender als erwartet: intime Gespräche, Telefonate nach Hause, Angst, Verdrängung und plötzliche emotionale Ausbrüche.

Die für den Deutschen Kamerapreis nominierte Kameraarbeit von Sophia Fenn kommt den Männern erstaunlich nah.
Tabir stellt die Frage, was geschieht, wenn der Feind keine abstrakte Vorstellung mehr ist – ohne aufzuhören, der Feind zu sein.
SYNOPSIS
Tabir ist das ukrainische Wort für „Lager“. Der Film wagt sich in eine selten dokumentierte Welt: ein ukrainisches Kriegsgefangenenlager, in dem russische Soldaten nach internationalem Recht festgehalten werden.

Begleitet von einem ausschließlich weiblichen Team erhält die ukrainische Regisseurin Natalija Yefimkina eine Woche lang Zugang zu dem Lager und filmt dort ohne Aufsicht – mit der festen Absicht, dem Feind in die Augen zu sehen.

Mit außergewöhnlichem cineastischem Feingefühl fängt Sophia Fenns für den Deutschen Kamerapreis nominierte Kamera den Alltag hinter Stacheldraht ein. Zwischen Arbeit und Verhören erlebt sie überraschend offene Gespräche, Telefonate mit den Müttern, Begegnungen mit Psychologen und plötzliche emotionale Ausbrüche. Sie bleibt nah an den Gesichtern und Gesten der Männer und schafft eine Intimität, die ebenso überrascht wie verstört.

Ohne Kommentar und ohne vorgefertigte Antworten lässt Tabir einzelne Menschen in all ihren Widersprüchen hervortreten – geprägt von Loyalität, Angst und Selbstrechtfertigung.

2025 in der Ukraine gedreht, ist Tabir ein filmischer Akt des Bezeugens: ein Film über das Hinsehen und das Aushalten einer Wirklichkeit, die sich einfachen Gewissheiten entzieht.
  • Regie
    Natalija Yefimkina
  • Produktion
    Nyfilm GmbH
  • Produzent:innen
    Tomas Lembke, Natalija Yefimkina
  • Kamera
    Sophia Fenn
  • Ton
    Mariia Nesterenko, Natalia Arshavskaya
  • Schnitt
    Nicole Fischer, Anna Saridi
  • Musik
    Hans Könnecke
  • Farbkorrektur
    Anis Fedaoui
  • Sound Design
    Dmitry Friga
  • Ton Mischung
    Arseniy Nomikosov
  • Title Design
    Emma Grau
  • Genre
    Dokumentarfilm
  • Produktionsländer
    Deutschland, Ukraine
  • Running Time
    36 min
„Ich ging dorthin, um dem Feind in die Augen zu sehen. Ich hatte erwartet, Monster zu sehen. Stattdessen begegnete ich Menschen – verängstigt, widersprüchlich und gefangen in einer Kriegsmaschinerie, die viel größer ist als sie selbst. Dieser Film wurde für mich zu einer Möglichkeit, mich dem Krieg zu stellen, statt ihm ohnmächtig gegenüberzustehen. Je genauer ich hinsah, desto schwieriger wurde es, irgendetwas nur noch schwarz oder weiß zu sehen.“

– Natalija Yefimkina, Regisseurin und Autorin
Nataija Yefimkina
Regisseurin und Autorin
Natalija Yefimkina (*1983) wurde in Kyjiw, Ukraine, geboren. Infolge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl verbrachte sie drei Jahre ihrer Kindheit in Sibirien. 1997 zog sie mit ihrer Familie nach Deutschland.

Nach ihrem Studium der Geschichte und Literatur in Leipzig und Berlin arbeitete sie zunächst als Regie- und Produktionsassistentin bei Spielfilmproduktionen.

Nach mehreren kurzen dokumentarischen Arbeiten realisierte sie mit GARAGENVOLK ihren ersten langen Dokumentarfilm und ihr Regiedebüt. Der Film wurde auf der Berlinale mit dem Heiner-Carow-Preis ausgezeichnet und erhielt später den Werner-Herzog-Filmpreis sowie den Eurimages-Audentia-Preis für die beste Regie.

Anschließend berichtete Natalija Yefimkina als Filmemacherin und Journalistin über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
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